
Rupperswil: Der Vierfachmord, der die Schweiz schockierte
Thomas Nick tötete eine Familie und deren Gast – 146 Tage Fahndung endeten in einem Starbucks
Thomas Nick, 33 Jahre alt, tötete am 21. Dezember 2015 vier Menschen in einem Einfamilienhaus in Rupperswil, Kanton Aargau. Das Verbrechen und die anschließende Fahndung gehören zu den bedeutendsten True-Crime-Fällen der jüngeren Schweizer Kriminalgeschichte.
## Die Opfer
Opfer des Vierfachmordes waren Carla Schauer (48), ihre Söhne Dion (19) und Davin (13) sowie Simona F. (21), die Freundin des älteren Sohnes. Die Familie kannte den Täter nicht.
## Wie der Täter eindrang
Nick klingelte kurz nach 7:15 Uhr an der Haustür und gab sich als Mitarbeiter des schulpsychologischen Dienstes aus. Mit dieser Täuschung gelangte er ins Haus. Sofort bedrohte er den 13-jährigen Davin mit einem Messer und zwang die restliche Familie, sich mit Kabelbindern fesseln zu lassen.
## Raub und sexuelle Gewalt
Nach dem Eindringen zwang Nick die Mutter, Bargeld abzuheben. An zwei Geldautomaten und Bankschaltern in Rupperswil und Wildegg beschaffte sie insgesamt etwa 10.850 Schweizer Franken. Parallel dazu missbrauchte Nick den 13-jährigen Jungen mehrfach sexuell – eine Tat, die später forensische Gutachten bestätigten und die pädophile Neigung des Täters dokumentierten.
## Die Tötungen
Gegen 10:30 Uhr tötete Nick alle vier Opfer. Die Leichen wurden mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet. Die Feuerwehr entdeckte die verkohlten Überreste während der Löscharbeiten des Brandes. Die Todesfeststellung ergab, dass alle vier vor dem Feuer getötet worden waren – die Kehlen waren durchgeschnitten.
## Fahndung und Verhaftung
Die Kantonspolizei Aargau leitete sofort eine der größten Fahndungen in der Schweizer Kriminalgeschichte ein. Im Februar 2016 setzte sie eine Belohnung von 100.000 Schweizer Franken aus – der höchste Betrag in der Schweizer Kriminalgeschichte bis dahin.


