Kalief Browder — Drei Jahre ohne Prozess im berüchtigten Rikers Island
Ein 16-Jähriger sass wegen eines Rucksacks drei Jahre in Haft – und veränderte das US-Kautionssystem

Sagsdetaljer
Quick Facts
Klassifikation:
Quick Facts
Inhaftiert für einen Rucksack, den er nicht gestohlen hatte
Im Mai 2010 verhaftete die New Yorker Polizei den 16-jährigen Kalief Browder. Der Vorwurf: Er soll zwei Wochen zuvor einen Rucksack gestohlen haben. Browder bestritt die Tat vehement. Seine Familie konnte die geforderte Kaution nicht aufbringen. Und das System liess ihn warten.
Browder verbrachte drei Jahre im berüchtigten Rikers Island-Gefängnis – zwei davon in Isolationshaft. Wiederholt wurde ihm angeboten, gegen ein Geständnis auf freien Fuss gesetzt zu werden. Er lehnte jedes Mal ab. 2013 wurde die Anklage schliesslich fallen gelassen. Der Zeuge hatte das Land verlassen. Zu einer Gerichtsverhandlung war es nie gekommen.
Das Leben nach Rikers Island
Browder kam als gebrochener Mensch aus der Haft. Er begann eine Therapie, versuchte ein College-Studium aufzunehmen und sprach öffentlich über das, was ihm widerfahren war. Im Juni 2015, zwei Jahre nach seiner Freilassung, nahm er sich das Leben. Er war 22 Jahre alt.
Rapper und Unternehmer Jay-Z produzierte eine Netflix-Dokumentation über seinen Fall: *Time: The Kalief Browder Story* machte sein Schicksal weltweit bekannt. Auch die preisgekrönte Dokumentation *13th* thematisierte seinen Fall. New York City schaffte daraufhin die Isolationshaft für Minderjährige ab. 2019 reformierte der Bundesstaat New York seine Kautionsgesetze – als direkte Reaktion auf Browders Fall.


