Megan's Law — Ein Kindermord schuf das Sexualstraftäter-Register
Wie der Mord an der 7-jährigen Megan Kanka 1994 zur Informationspflicht über Sexualstraftäter führte

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Was geschah mit Megan Kanka?
Am 29. Juli 1994 lockte Jesse Timmendequas die 7-jährige Megan Kanka in sein Haus in Hamilton Township, New Jersey, mit dem Versprechen, ihr einen Welpen zu zeigen. Er vergewaltigte und ermordete das Mädchen. Erst danach kam heraus: Timmendequas war ein zweifach verurteilter Sexualstraftäter — und die Familie Kanka hatte keine Ahnung, dass er direkt gegenüber wohnte.
Das kleine Mädchen spielte vor dem Haus ihrer Eltern, als der Nachbar sie ansprach. Niemand in der Straße wusste, dass in dem Haus drei vorbestrafte Sexualstraftäter lebten. Die Behörden waren nicht verpflichtet, die Anwohner zu informieren.
Von Trauer zum Gesetz
Megans Eltern, Richard und Maureen Kanka, verwandelten ihre Trauer in politischen Aktivismus. Sie starteten eine Unterschriftenaktion mit einer klaren Forderung: Die Gesellschaft muss wissen, wenn ein verurteilter Sexualstraftäter in der Nachbarschaft wohnt. In nur 89 Tagen sammelten sie 430.000 Unterschriften.
Der öffentliche Druck war enorm. New Jersey verabschiedete Megan's Law im Oktober 1994 — nur 89 Tage nach dem Mord. Das Gesetz verpflichtete die Behörden erstmals, die Öffentlichkeit über Sexualstraftäter in ihrer Umgebung zu informieren.
Im Mai 1996 unterzeichnete Präsident Bill Clinton eine bundesweite Version des Gesetzes. Damit wurde Megan's Law zur nationalen Vorgabe. Heute haben alle 50 US-Bundesstaaten eine eigene Version des Gesetzes, und öffentliche Register ermöglichen es Bürgern, online nach Sexualstraftätern in ihrer Nachbarschaft zu suchen.


