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Danske Drabssager — episode S13E5 — Fatal Fishing Expedition in the North Sea
Podcast
•
March 17, 2026 at 01:37 PM

Fünf Fischer nach 17 Monaten U-Haft freigesprochen

Todesfallermittlungen auf Trawler enden mit Freispruch – Hohe Entschädigungen für unrechtmäßige Haft

Host
Susanne Sperling
Redaktør
Danske Drabssager
RadioPlay

Freispruch nach fast anderthalb Jahren Haft

Am 12. Juni 2024 sprach das Bezirksgericht Holstebro fünf Fischer vom Vorwurf frei, ihren Kollegen Alf Villum Jensen an Bord des Trawlers L1 Inger Katrine auf der Nordsee getötet zu haben. Die fünf Männer im Alter zwischen 29 und 42 Jahren kamen nach nahezu eineinhalb Jahren Untersuchungshaft frei.

Das Gericht kam zu dem Schluss, dass nicht bewiesen werden konnte, dass Alf Villum Jensen infolge des vorgeworfenen Übergriffs starb. Die Richter legten besonderen Wert darauf, dass ein Delirium tremens als Todesursache nicht ausgeschlossen werden konnte. Diese diagnostische Unsicherheit wurde entscheidend für den Freispruch – obwohl die Fischer zunächst wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge beschuldigt und später wegen Mord angeklagt worden waren.

Bedeutende Entschädigungszahlungen

Drei der fünf freigesprochenen Fischer beantragten Entschädigung für die unrechtmäßige Untersuchungshaft. Sie erhielten beträchtliche Kompensationen: Zunächst zwischen 800.000 und über eine Million dänische Kronen pro Person. Zusätzlich sprach das Gericht jedem der drei Antragsteller weitere 235.600 Kronen zu, da die Untersuchungshaft als besonders belastend eingestuft wurde.

Die Höhe der Entschädigungen spiegelt die Schwere des Eingriffs in das Leben der Betroffenen wider. 17 Monate hinter Gittern, während die Beweisführung entwickelt und im Rechtssystem geprüft wurde – ohne dass letztlich festgestellt werden konnte, was tatsächlich auf dem Trawler geschah.

Systemkritische Fragen zur Untersuchungshaft

Der Fall wirft grundlegende Fragen zur dänischen Strafrechtspraxis auf: Wie lange darf jemand auf Basis eines Verdachts inhaftiert werden, den das Gericht später nicht beweisen kann? Die Fischer verbrachten fast anderthalb Jahre im Gefängnis, bevor ihre Unschuld festgestellt wurde.

Die Problematik langanhaltender Untersuchungshaft auf Grundlage von Verdachtsmomenten, die sich später als nicht haltbar erweisen, steht exemplarisch für eine kritische Herausforderung moderner Rechtssysteme. Der Fall der fünf Fischer zeigt die Gratwanderung zwischen effektiver Strafverfolgung und dem Schutz der Rechte Beschuldigter.

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mordsager
domstol
vidner
cybersikkerhed
sundhedsbedrageri
Was genau an Bord der L1 Inger Katrine geschah, konnte vor Gericht nicht zweifelsfrei geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft hatte den Fischern vorgeworfen, ihren Kollegen Alf Villum Jensen durch Gewalteinwirkung getötet zu haben. Die Verteidigung argumentierte jedoch, dass medizinische Befunde auf ein Delirium tremens – eine schwere Alkoholentzugserscheinung – als mögliche Todesursache hindeuteten.

Da diese alternative Todesursache nicht ausgeschlossen werden konnte, reichte die Beweislage für eine Verurteilung nicht aus. Nach dem Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" mussten die Fischer freigesprochen werden.

Juristische Aufarbeitung und öffentliche Debatte

Der Fall hat in Dänemark eine breite juristische und gesellschaftliche Debatte ausgelöst. Rechtsexperten und Anwälte kritisierten einen möglichen "Tunnelblick" der Ermittlungsbehörden, die sich zu früh auf eine Mordtheorie festgelegt hätten, ohne alternative Erklärungen ausreichend zu prüfen.

Die Fischerkutter-Affäre, wie der Fall in dänischen Medien genannt wird, steht nun als Beispiel für die Notwendigkeit, Ermittlungsverfahren kontinuierlich kritisch zu hinterfragen und die Verhältnismäßigkeit von Untersuchungshaft streng zu prüfen – besonders wenn die Beweislage unsicher ist.

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Da diese alternative Todesursache nicht ausgeschlossen werden konnte, reichte die Beweislage für eine Verurteilung nicht aus. Nach dem Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" mussten die Fischer freigesprochen werden.

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