
Krimitour Hamburg St. Pauli — Verbrechen im Vergnügungsviertel
Die St. Pauli Krimitour führt Besucher seit Jahren durch Hamburgs berüchtigtstes Vergnügungsviertel und zeigt reale Tatorte aus über 100 Jahren Kriminalgeschichte. Organisiert wird der Rundgang vom St. Pauli Office in der Wohlwillstraße 1, 20359 Hamburg, wo auch der Treffpunkt liegt. Die Tour dauert zwei Stunden, wird auf Deutsch geführt und kann an festen Terminen oder als individuelles Gruppen- und Firmenevent für bis zu 18 Teilnehmer gebucht werden. Ein bestätigter öffentlicher Termin ist beispielsweise der 23.10.2026.
Ein Kiez mit dunkler Geschichte
Die Reeperbahn ist weltweit als Hamburgs Amüsiermeile bekannt — hinter der bunten Fassade aus Leuchtreklamen, Bars und Theatern verbirgt sich jedoch eine Vergangenheit, die von Gewalt, Glücksspiel, Drogen, Prostitution, internationalen Mafia-Verbindungen bis in die USA und skrupellosen Immobilienhaien geprägt ist. Die Krimitour macht genau diese Schattenseiten sichtbar. Die Teilnehmer durchqueren nicht nur die Hauptstraßen des Kiezes, sondern auch die schmalen, oft übersehenen Seitenstraßen, in denen sich viele der dokumentierten Verbrechen abspielten.
Fritz Honka und die Opfer von St. Pauli
Ein zentraler Bestandteil der Tour ist der Fall Fritz Honka. Der Serienmörder suchte in den Kneipen von St. Pauli gezielt nach Opfern und gilt als einer der berüchtigtsten Kriminalfälle der Hamburger Nachkriegsgeschichte. Die Tour führt zu Orten, an denen Honka seine Opfer ansprach, und ordnet die Taten in den sozialen Kontext des damaligen Kiezlebens ein. Was den Fall bis heute so erschütternd macht, ist die Tatsache, wie lange seine Verbrechen unbemerkt blieben — mitten in einem der belebtesten Stadtviertel Deutschlands.
Die Zuhälterkriege der 1980er Jahre
Ein weiterer Schwerpunkt sind die blutigen Zuhälterkriege der 1980er Jahre, als rivalisierende Banden um Einfluss, Reviere und Einnahmen aus dem Rotlichtmilieu kämpften. Die Tour bietet exklusiven Zutritt zur legendären "Ritze" inklusive des berühmten Boxkellers — ein Ort, der nicht nur als Boxstall bekannt wurde, sondern auch als Schauplatz realer Morde und als Stammtisch der sogenannten "GmbH", einer Vereinigung einflussreicher Zuhälter. Hier wird greifbar, wie eng Sport, Gastronomie und organisierte Kriminalität auf St. Pauli miteinander verwoben waren.


