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The Jinx: Dokumentaren hvor Robert Durst tilstod tre mord

The Jinx — Wie Robert Durst sich selbst per Mikrofon überführte

Die HBO-Dokumentation endete mit dem wohl dramatischsten Moment der True-Crime-Geschichte

Quick Facts

TäterRobert Durst (1943–2022)
OpferKathie Durst (verschwunden 1982), Susan Berman (†2000), Morris Black (†2001)
DokumentationThe Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst (HBO, 2015)
RegisseurAndrew Jarecki
Verhaftung14. März 2015 in New Orleans

Der Milliardärserbe unter Mordverdacht

Robert Durst stammte aus einer der reichsten Immobiliendynastien New Yorks. Als Erbe eines Milliarden-Dollar-Imperiums hätte ihm ein Leben in Luxus offengestanden. Stattdessen wurde er zum meistgesuchten Verdächtigen in gleich drei Mordfällen: Seine Ehefrau Kathie Durst verschwand 1982 spurlos. Seine langjährige Freundin Susan Berman wurde im Jahr 2000 in ihrem Haus in Los Angeles erschossen. Sein Nachbar Morris Black wurde 2001 getötet und zerstückelt — doch ein Geschworenengericht in Texas sprach Durst 2003 frei, da es seinem Plädoyer auf Notwehr glaubte, trotz der Leichenzerlegung.

Durst schien unantastbar. Jahrzehntelang entkam er der Justiz, geschützt durch Anwälte, Geld und eine bizarre Fähigkeit, sich aus jeder Situation herauszureden. Serienmörder

Die Dokumentation, die alles veränderte

Regisseur Andrew Jarecki hatte bereits 2010 den Spielfilm "All Good Things" über Dursts Leben gedreht. Überraschenderweise meldete sich Durst danach bei Jarecki — er wollte seine Seite der Geschichte erzählen. Was folgte, waren Stunden an Interviews für die sechsteilige HBO-Dokumentation "The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst".

Durst wirkte im Interview charmant, selbstironisch, manchmal fast sympathisch. Er sprach über die verschwundene Ehefrau, über Susan Berman, über Morris Black. Jarecki und sein Team präsentierten ihm Beweise, darunter einen handgeschriebenen Brief, der ihn mit dem Mord an Susan Berman in Verbindung brachte. Forensische Beweise

"Killed them all, of course"

In der letzten Episode der Serie, die im März 2015 ausgestrahlt wurde, kam es zum dramatischsten Moment der True-Crime-Geschichte. Nach einem konfrontativen Interview ging Durst auf die Toilette — ohne sein Funkmikrofon abzunehmen. Was er nicht wusste: Das Mikrofon war noch aktiv und zeichnete weiter auf.

Was folgte, war ein gemurmeltes Selbstgespräch, das zum verhängnisvollsten Geständnis der Fernsehgeschichte wurde:

"What the hell did I do? Killed them all, of course." ("Was zum Teufel habe ich getan? Sie alle getötet, natürlich.")

Die Aufnahme ging um die Welt. Einen Tag nach der Ausstrahlung des Finales wurde Robert Durst in einem Hotel in New Orleans verhaftet — offenbar plante er die Flucht nach Kuba. Ungeklärte Mordfälle

Verurteilung und Tod

Der Prozess gegen Durst wegen des Mordes an Susan Berman begann 2020, wurde aber durch die COVID-19-Pandemie unterbrochen. Im September 2021 wurde der damals 78-Jährige schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft ohne Bewährungsmöglichkeit verurteilt. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, Durst habe Berman getötet, weil sie zu viel über das Verschwinden seiner Frau Kathie wusste und kurz davor stand, mit der Polizei zu sprechen.

Robert Durst starb am 10. Januar 2022 im Alter von 78 Jahren in einem Gefängniskrankenhaus in Kalifornien an natürlichen Ursachen — nur vier Monate nach seiner Verurteilung.

Die ethische Debatte

"The Jinx" löste eine heftige Debatte über die Rolle von Dokumentarfilmern in Kriminalfällen aus. Jarecki und sein Team hatten das belastende Material monatelang zurückgehalten, um es dramatisch in der Serie zu verwenden, anstatt es sofort der Polizei zu übergeben. War das journalistisch vertretbar oder Behinderung der Justiz?

Befürworter argumentieren, dass die Dokumentation letztlich zur Verhaftung und Verurteilung führte — etwas, das die Polizei jahrzehntelang nicht geschafft hatte. Kritiker sehen darin eine gefährliche Vermischung von Journalismus und Unterhaltung, bei der potenzielle Beweise zu Gunsten der Dramaturgie zurückgehalten wurden.

Die Serie bewies: Dokumentarfilmer können manchmal erreichen, was Ermittlungsbehörden nicht gelingt. Aber zu welchem Preis? Diese Frage beschäftigt die True-Crime-Community bis heute.

"The Jinx" bleibt ein Meilenstein des Genres — nicht nur wegen des schockierenden Geständnisses, sondern auch wegen der grundsätzlichen Fragen, die die Serie über Medien, Justiz und die Grenzen investigativer Dokumentationen aufwirft.

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Robert Durst starb am 10. Januar 2022 im Alter von 78 Jahren in einem Gefängniskrankenhaus in Kalifornien an natürlichen Ursachen — nur vier Monate nach seiner Verurteilung.

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"The Jinx" löste eine heftige Debatte über die Rolle von Dokumentarfilmern in Kriminalfällen aus. Jarecki und sein Team hatten das belastende Material monatelang zurückgehalten, um es dramatisch in der Serie zu verwenden, anstatt es sofort der Polizei zu übergeben. War das journalistisch vertretbar oder Behinderung der Justiz?

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