
Der Fall Peter Lundin — Dreifachmord, der Dänemark veränderte
Wie der Mord an seiner Familie die dänische Kriminalpsychologie prägte
Quick Facts
Am 6. Januar 2000 tötet der 19-jährige Peter Lundin in einer Wohnung in Odense seine Mutter Marianne sowie seine beiden Halbbrüder Mathias und Alexander. Die Leichen vergräbt er unter den Terrassenplatten im Garten des Hauses. In den folgenden Monaten lebt Lundin weiter, als wäre nichts geschehen — er reist nach Schweden, begeht dort weitere Straftaten und wird erst entdeckt, als die Polizei bei einer Festnahme die Verbindung zu den verschwundenen Familienangehörigen in Dänemark herstellt.
Wer war Peter Lundin?
Peter Lundin gilt als der am intensivsten untersuchte Psychopathie-Fall der dänischen Kriminologie. Bei ihm wurde eine antisoziale Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Seine Kindheit verbrachte er im Wechsel zwischen den USA und Dänemark, wobei er bereits früh eine kriminelle Laufbahn einschlug. Sein Fall ist heute ein Standardbeispiel in der Psychologie- und Kriminologie-Ausbildung an dänischen Universitäten. Die Wissenschaftsjournalistin Lone Frank veröffentlichte 2010 das Buch "Psykopaten" (Der Psychopath), das auf ausführlichen Interviews mit Lundin basiert und das bislang tiefgehendste Porträt des Täters liefert.
Die forensische Analyse seines Falls hat maßgeblich dazu beigetragen, das Verständnis von Antisoziale Persönlichkeitsstörung im dänischen Rechtssystem zu vertiefen.
Vollsmose und der Tatort
Der Mord ereignete sich in einem Wohngebiet in oder nahe dem Stadtteil Vollsmose im Osten von Odense. Der genaue Tatort ist eine Privatadresse und sollte keinesfalls aufgesucht werden. Vollsmose selbst ist ein ganz normaler Odenser Stadtteil mit allerdings komplexem Ruf — das Viertel ist jedoch nicht identisch mit dem Tatort und sollte nicht als Touristen-Destination für True-Crime-Interessierte behandelt werden. Respekt gegenüber den dort lebenden Menschen ist selbstverständlich.


