
Grenfell: Uncovered — Netflix zeigt vermeidbare Tragödie
Dokumentation enthüllt tödliche Fehler
Quick Facts
Am 14. Juni 2017 brach im Grenfell Tower in London ein verheerendes Feuer aus, das sich mit katastrophaler Geschwindigkeit durch das Hochhaus fraß und 72 Menschen das Leben kostete. Die Netflix-Dokumentation 'Grenfell: Uncovered' erzählt nun die vollständige Geschichte hinter dieser Tragödie – eine Geschichte von Behördenversagen, rücksichtslosen Sparmaßnahmen und fehlender Verantwortung.
Die Dokumentation unter der Regie von Olaide Sadiq wird am 20. Juni 2025 veröffentlicht und wurde von Ahmed Peerbux, Anna Prichard und James Saville produziert. Der 100-minütige Film basiert auf Beweismaterial aus der öffentlichen Untersuchung, investigativem Journalismus sowie direkten Aussagen von Überlebenden und Angehörigen der Opfer.
Systemversagen und tödliche Sparmaßnahmen
Ein zentraler Fokus der Dokumentation liegt auf den baulichen Entscheidungen, die den Einsatz hochentzündlicher Fassadenverkleidung am Grenfell Tower ermöglichten. Das Bauunternehmen Rydon sparte lediglich 5.000 Pfund, indem es brennbare Verkleidungsmaterialien des Herstellers Arconic verwendete – eine Entscheidung mit fatalen Folgen.
Die Dokumentation enthüllt zudem, dass mehrere beteiligte Unternehmen – darunter Arconic, Celotex und Kingspan – nachweislich über Brände in ähnlichen Gebäudestrukturen weltweit informiert waren, die Materialien jedoch trotzdem weiter herstellten und verkauften. Diese Unternehmenskriminalität setzte bewusst Menschenleben aufs Spiel.
Umstrittene Brandschutzrichtlinien
Ein weiterer kritischer Aspekt ist die sogenannte 'Stay put'-Richtlinie, die für Hochhäuser bei Brandeinsätzen galt. Diese Anweisung, wonach Bewohner in ihren Wohnungen bleiben sollten, wurde während des Grenfell-Brands auf die Probe gestellt und im Nachhinein scharf kritisiert, da sie sich in dieser Situation als ineffektiv erwies.


